Licht

Ich entzünde ein Licht, für einen Menschen dem es derzeit nicht gut geht. Ein harter Schicksalsschlag der nicht hätte sein müssen. Meine Gedanken sind bei ihr, alle Zeit. Sie wird eine kleine Weile nicht erreichbar sein, und doch werde ich für sie da sein wenn sie es verlangt. Sie wird es schaffen, sie hat Menschen in ihrer Nähe, die ihr den Rücken stärken.

Ich entzünde ein Licht, für einen Menschen der gestern Nacht nach Australien gestartet ist. Sie ist sehr viel für mich, und auch auf diese Distanz werden wir Mittel und Wege finden, Kontakt zu halten. Es ist ihr wichtig, dieser Schritt tut ihr gut, auch wenn sie einiges hinter sich lassen muss, stehe ich hinter ihr und werde sie nicht vergessen. Das habe ich versprochen.

Ich entzünde ein Licht, für einen Menschen der derzeit viel zu viel zu tun hat. Ständig ist sie am Arbeiten, zwischendurch lernen für die Schule. Und doch wird sie es meistern, da bin ich mir sicher. Sie ist eine Kämpfernatur, und sie wird sich nicht unterkriegen lassen. Wenn sie fällt, wird sie aufstehen. Schafft sie es nicht alleine, reiche ich ihr meine Hand, und werde ihr helfen. Das weiss sie.

Ich entzünde ein Licht, für einen Menschen, herzensgut und doch von so vielen angefeindet. Ständig sich erklären müssen, um jedes bischen Hilfe bitten müssen, das macht einen Menschen kaputt. Ich kann ihr aus der Ferne nicht helfen, zu weit ist der Weg. Doch kann ich ihr zuhören, ihr helfen nicht aufzugeben. Sie wird es schaffen, wie die anderen. Sie ist sensibler als man glaubt, jedoch auch stärker, mutiger, als sie es zu zeigen vermag.

Ich entzünde ein Licht, für einen Menschen, der derzeit viel um die Ohren hat. Der Umzug ist stressig, ebenso das Suchen nach einer Wohnung, und das kämpfen mit dem Amt. Und doch gibt sie nicht auf, sie wagt den Schritt um ihren Freunden näher zu sein. Ich bin stolz auf sie, und sie wird es schaffen. Es wird gehen, und sie wird glücklicher sein, als sie es jetzt ist. Bei ihren Freunden, nicht so einsam wie zuvor.

Ich entzünde ein Licht, für einen Menschen, der viel alleine ist, den kaum einer versteht. Den ich nicht so oft sehen kann wie ich es möchte, und es ihm gut tuen würde. Er ist viel allein, man sieht es an seinem Gesicht, seinen Augen. Wie gerne wäre ich für ihn da, und doch kann ich es nicht mehr, als ich es schon tue. Ich wünsche mir für ihn, das er jemanden findet, der so für ihn da sein kann, wie ich es damals für ihn war. Das ihn nicht mehr weitere Schicksalsschläge heimsuchen, und er endlich in seiner kleinen Welt die ihm noch bleibt, leben kann.

Ich entzünde ein Licht, für einen Menschen, der hin und hergerissen ist momentan. Zwischen der Liebe zu seinem Kind, und der Liebe zu seiner Freundin. Ob sie ihn vor die Wahl stellen wird weiss ich nicht, doch hoffe ich das sie es niemals tun wird. Er braucht sie beide um glücklich zu sein, sein kleines Engelchen, genauso wie seine langjährige Freundin. Er wird eine Weg finden, er ist stark.

In diesem Lichtermeer, in welchem ich mich jetzt befinde.... fällt es mir leichter zu lächeln. Ich hätte auch ein Licht für mich selbst anzünden können, doch weiss ich... das schon genug Lichter in den Herzen der anderen sind, welche für mich leuchten und mir den Weg erhellen.


Jeder muss seinen Weg alleine gehen. Und doch, etappenweise gibt es Menschen, die dich begleiten werden auf deinem Weg. Seien es nun Freunde, die Familie, oder der Partner. Es wird sich immer jemand finden, der dir aus dem Dunkel hilft, dir die Farben gibt um dein Leben bunt werden zu lassen. Jemand, der für dich mit hoffen wird, für dich lachen wird, wenn du selbst momentan nicht mehr kannst. 

Es ist mir wichtig, diese Zeilen zu schreiben. Sie sind gewidmet an jene Menschen, die sich auch in den Zeilen wiederfinden werden. Ich wünsche mir, das sie nicht aufgeben, was auch immer passiert. Es lohnt sich immer, wieder aufzustehen, man wird umso reicher belohnt, je schwieriger das Aufstehen zu sein vermag.

Ich hatte die letzten Tage sehr viel Zeit zum Nachdenken. Eine Diagnose die mich von den Füssen riss, körperlich, wie seelisch. Und doch gab es Menschen die mir Mut machten, mich bis zum ´Ziel´ begleitet haben. Es wird alles gut. Die Symptome sind erträglicher geworden, und mir ist klar geworden, was `Leben´ bedeutet. Ich werde meinen Weg gehen, der Schleier der Zukunft lichtet sich, und ich kann den Weg vor mir erkennen, mit all den Stationen die mich noch erwarten.
Studium beenden, Arbeiten, Heiraten, eine kleine Familie (mit Hund *schmunzel*), glücklich sein, solange es mir mein Leben erlaubt.

Abschliessend möchte ich einen Menschen zitieren, der mir in einer sehr schweren Stunde Mut machte.

„Versuch zu lächeln, auch wenn es dir schwer fällt. Denn bedenke, das irgendwo ein Mensch genau durch dich neue Hoffnung schöpft, wenn du ihn anlächelst.“


In diesem Sinne...

Lini

20.9.07 17:39

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